Drei Länder Tour 2014

Aus Markus Steinhoff
Version vom 5. Oktober 2020, 19:28 Uhr von Markus Steinhoff (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „mini|Angels Hotel in St. Wendel So, mal sehen was ich noch so alles zusammen kriege. Mittlerweile ist die Reise über ein halbes Jahr her…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Angels Hotel in St. Wendel

So, mal sehen was ich noch so alles zusammen kriege. Mittlerweile ist die Reise über ein halbes Jahr her Drei Länder Tour 2014. Saarland, Luxemburg und Frankreich. Eine schöne Zeit und für mich der erste Motorradurlaub, der von einem Reiseveranstalter organisiert wurde. Übrigens auch mein erster Urlaub, denn ich alleine angetreten habe.

Wie alles begann

Es gab zwei Auslöser für diesen Urlaub, nämlich zum einen die Grundsatzfrage, ob ich weiter Motorrad fahren möchte oder die Maschine abgebe (siehe Honda VFR) und das ich bei der Urlaubsplanung einigermaßen frisch solo war und trotzdem in der Urlaub wollte.

Nachdem ich also alles in die Wege geleitet hatte, um die VFR wieder herzurichten, bin ich im Internet auf die Suche nach Motorradreisen gegangen. Es findet sich einiges Interessantes, aber das Angebot ist insgesamt überschaubar. Vor allem, weil ich für meine erste Tour nicht gleich die Afrika-Durchquerung angehen wollte. Eher innerhalb Deutschlands, so dass Anreise auf eigener Achse kein Problem ist.

Letztlich hat mir die Seite www.reisenunderleben.net[1] am besten gefallen, hier war die Drei Länder Tour[2] genau mein Ding. Alles im Rahmen, auch die Reisedauer passte mit vier Übernachtungen. Vom Saarland aus geht es von einem festen Basishotel in Tagestouren zum Hunsrück, rüber nach Luxemburg und nach Frankreich. Das Konzept mit dem Basishotel hatte den charmanten Vorteil, das während des Urlaubs nicht dauernd das Hotel gewechselt werden musste.

Da ich durch meine lange Zeit als Wenigfahrer kaum Fahrpraxis hatte, fand ich es eine gute Idee, vorher noch etwas für mein fahrerisches Können zu tun. Deshalb habe ich ein Schräglagentraining gebucht, weil hier meine Unsicherheiten am größten sind. Alles andere sollte nach 20 Jahren Motorradführerschein passen. Verbesserungen sind natürlich immer möglich. Leider ist das Schräglagentraining ins sprichwörtliche Wasser gefallen, an diesem Tag war das Wetter tatsächlich nicht so toll, was mich aber nicht abschreckte. Das Problem war der Anruf der mich erreichte, nachdem ich mich kurz vorher in die Regenkombi gefummelt hatte: Das [Auslegermotorrad] springt leider nicht an, es wurde alles versucht, aber der Trainingstag musste abgesagt werden. Tja, ein Ersatztermin gab es kurzfristig leider nicht, daher habe ich dann versucht auf eigene Faust meine Schräglagenpraxis zu verbessern, was mir auch gelungen ist. Trotzdem habe ich das Schräglagentraining dieses Jahr wieder gebucht. Lernen kann man immer was und ich verspreche mir vom Fahren mit dem Auslegermotorrad viel Spaß und neue Erkenntnisse im Grenzbereich. Die kann ich mit der VFR nicht machen, da ich hier nicht so weit an die Grenzen gehe, das ich stürzen könnte. Mir fehlen da die Stützräder :-)

So, der Urlaubstermin kam also näher, aber das Wetter wollte nicht mitspielen! Ich hatte natürlich schon im Vorfeld immer mal wieder das Wetter rund um das Basishotel beobachtet, die Aussichten waren schon recht früh eher kalt und feucht für den August, und das änderte sich bis zum Reiseantritt nicht so wirklich.

Tag 1 (Anreisetag)

Startklar für 400 km Hinreise

Ich habe also meine sieben Sachen auf meine VFR gepackt und bin losgedüst. 400 km lagen vor mir. Hinter mir lag schon das Verpacken meines Krams in eine Gepäckrolle und den Tankrucksack. Ich muss sagen, ich habe alles gut unter bekommen, auch wenn gerade die Gepäckrolle auf dem Motorrad doch etwas providorisch aussieht. Koffer hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keine. Ganz zum Schluss habe ich noch das Winterfutter meiner Kombi in die Rolle gestopft, weil noch ordentlich Luft war, und das hat mir einiges an Friererei erspart.

Denn schon nach 60-70 km auf der Autobahn wurde mir kalt, die Temperaturen lagen bei knapp 20 Grad, eher noch 17-18 und bei den hohen Geschwindigkeiten kommt man dann doch ins frösteln. Also etwas durchgehalten und dann die erste Pipipause genutzt und umgezogen. Dafür bin ich etwas weiter von der Autobahn und Hauptstraße weg gefahren, denn schließlich musste ich mich bis auf die Unterwäsche ausziehen... ich war aber froh das ich es gemacht habe, denn wohl temperiert fährt es sich wesentlich angenehmer.

So habe ich dann die Kilometer abgespult, irgendwo im Bereich Mosel habe ich nachgetankt, ab da war es noch eine gute Stunde zu fahren. Jetzt kamen die ersten Tropfen Regen runter, nicht dramatisch. Es tröpfelte so weiter, bis kurz vor St. Wendel der Regen immer heftiger wurde. Ich dachte erst noch, ach Mist jetzt biste schon so naß, das es nicht mehr lohnt die Regenkombi überzuziehen. Hätte ich es mal gemacht, denn es kam schlimmer. Ich habe dann in St. Wendel nochmal schnell getankt, damit ich das nicht mehr am nächsten Morgen vor der Tour machen muss (da gabs aber vorher ne Tankpause *grmpf*) und ab der Tankstellen kam es in Strömen vom Himmel o_o die fünf Minuten bis zum Parkhaus bin ich quasi unter Wasser gefahren.

Alles in Allem bin ich einigermaßen trocken geblieben, der Stellplatz im Parkhaus der Hotels war ja dann auch trocken, aber das Problem war, das sich die Kombi komplett mit Wasser vollgesaugt hatte! Nach eine kurzen Kaffeepause (ging aufs Haus :-)) konnte ich ins Zimmer - 4 Sterne, da bleiben keine Wünsche offen. Ich habe dann die Kombi ins Bad gehängt und begutachtet, Sie besteht aus einem Textilstoff mit Lederbesätzen an den Stellen, die möglichst abriebsfest sein sollen. Das Leder ist so eine Art glattes Wildleder und hatte sich vollgesaugt wie ein Fensterleder. Und dann ging der Hotelfön nicht! Die freundliche Dame vom Empfang hat mir den Hinweis auf einen weiteren Schalter gegeben, den ich einschalten muss, dann konnte ich mit dem Trocknen anfangen. Es hat ewig gedauert, ich habe nicht genau auf die Uhr geschaut, aber zwei gefühlte Stunden waren es locker, mit Unterbrechungen, weil ich nicht mehr in dem dann feuchtwarmen Badezimmer sein konnte, Das Leder wurde und wurde nicht trocken, ich habe die Ärmel durchgepustet (waren durchgenässt) und immer wieder die Lederstellen erwärmt, bis ich es endlich einigermaßen so trocken hatte, das der Rest über Nacht abtrocknen konnte. Ich habe mir dann Nachmittags noch eine Paste zur Behandlung von Wildlederschuhen gekauft, die ich auf die Lederstellen aufgetragen habe. Die sind jetzt noch nicht komplett Wasserabweisen, aber saugen nicht mehr so extrem.

Abends gab es dann im Hotel einen Sektempfang durch den Veranstalter, der begann auf den Punkt nach der Massager, die ich mir gebucht hatte. 4 Stunden auf dem Bock mit wenig Bewegungsfreiheit gehen auf den Rücken. Hier störte mich der Tankrucksack, das werde ich bei der nächsten Reise anders machen, mittlerweile habe ich ja auch Seitenkoffer. Danach noch das Abendbuffet und danach wollte ich nur noch ins Bett, die Reise war doch schon anstrengend gewesen.

Tag 2

Morgentlicher Treffpunkt und Gruppeneinteilung

Jetzt ging es auf zur ersten Tour in den Hunsrück, also grob in Richtung Norden und zur Mosel. Das Wetter war so la la, trocken, aber feuchte Stellen auf der Straße. Nach den ersten Treffen vor den Büros von Reisen und Erleben, hier wurden die Gruppen gebildet, jeweils ca. 10 Maschinen, ging es für die, die es am Anreisetag nicht gepeilt hatten, zum tanken (ca. 10 von 40). Dann los. Meine erste Erfahrung mit dem Fahren in der Gruppe. Ich war an vierter Stelle, gleich nach unserem Guide und den drei Supersport.-Ladies. R1 tiefergelegt und so weiter. Es klappte ganz gut auch mit den Kurven, aber mir wurde schnell klar, das ich mich nah an meinem persönlichen Grenzbereich aufhalte. Solange es trocken war.

Als der erste Schauer runter kam, wurden die Bedingungen für mich noch spannender, da ich im Nassen ehrlich gesagt Null Erfahrung habe. Reiner Schönwetterfahrer eben. Das lief dann letztlich so: Hmm, Kurve, schnell, Straße ist nass, will langsamer fahren, könnte ja rutschen in der Kurve. Mmh, die fahren jetzt so schnell in der Kurve und rutschen nicht. Dann schaff ich das auch. Und: ging! Ich habe in den drei Tagen letztlich Jahre an Regenerfahrung aufgeholt, zum Glück hatte mich der Veranstalter letztlich in die schnellste Gruppe gesteckt. In der langsamsten "Krabbelgruppe" kam es schon am ersten Tag zu Stürzen, scheinbar hatten die Teilnehmer noch weniger Erfahrung als zumindest meine Gruppe, ich selbst möchte mich (zumindest damals) noch nicht dazu zählen. Aktuell habe ich in der Saison 2014 10.000 km zurückgelegt, also ein guter Wert.

Abends dann wieder das Abendbuffet, alt bin ich am zweiten Tag ebenfalls nicht geworden.

Tag 3

Moselschleife

Ausland! Die VFR verlässt Deutschland, das letzte mal war vor fast zwanzig Jahren ein Hollandtrip. Jetzt also Luxemburg. Die Wetterapps haben es aus den Smartphone geschrien, heute sollte es ordentlich Regen geben und so war es auch. Also ein Morgentreffen in der Regenkombi, und das Flächendeckend. Also los und wieder... wenn die das schaffen, schaff ich die Kurve auch... und das klappte.

So eine geführte Tour fokussiert dich ganz auf das Motorrad, das Fahren und die Umgebung. Alles andere - Weg, Navigation, Pausen, Tanken, Pipi, Kaffee und Sehenswürdigkeiten hat der Guide im Blick und steuert die Gruppe entsprechend. Ein wirklich herrlicher Luxus, weil so das Erleben viel intensiver wird.

Noch während des Vormittags hörte der Regen auf und alle pellten sich aus den Kombis, als wir mit der Fähre über die Mosel nach Luxemburg sind, kam die Sonne raus. Der Rest des Tages entschädigte mit trockenem Wetter und teilweise richtig schöner Sonne.

Die GoPro hat sich an diesem Tag wieder bewährt, ich habe ordentlich was aufgenommen. Als alternative Position zur linken Seitenverkleidung habe ich heute auch den Helm genutzt, was auch eine interessante Perspektive ist und vor allem Abwechslung bringt. Ist schon witzig zu sehen, wohin der Kopf so beim Fahren geht. Einiege Bilder ließen sich nicht mehr so wirklich verwende, da die Cam oben auf dem Helm sehr dem Regen ausgesetzt war, aber das für sich genommen ist auch wieder eine interessante Ansicht.

Was ich ebenfalls zur Nachahmung nur empfehlen kann ist, die GoPro einfach freihändig zu benutzen. Hier kommt dann vor allem der tolle Weitwinkel zum tragen, in Verbindung mit

Mittagessen war dann genial. Eine kleine Überraschung, denn der Veranstalter hüllte sich über diesen Programmpunkt in Schweigen. Irgendwann um die Mittagszeit wurden dann die Sträßchen immer kleiner und abgelegener und wir kamen zu einem Grillplatz :-) Schön fand ich auch, das sich hier einigermaßen zeitgleich alle Gruppen trafen, der Grill wurde professionell bedient und war mit leckeren Sachen belegt, dazu kamen im Brunnen gekühlte Getränke.

Tag 4

Parkplatz an der Saarschleife

Frankreich, Elsaß, geil! Eine wirklich tolle Landschaft und spitzenmäßige Nebenstraßen mit wenig Verkehr und vielen Kurven. Wetter ist stabil, keine Regenkombi notwendig :-) Mittags sind wir in ? einem süßen kleinen Städtchen und haben etwas Zeit zum bummeln und für Snacks. Leider der letzte Tag, ich hätte in diesem Modus noch ein paar Tage dran hängen können. Auf der anderen Seite bin ich aber auch platt vom vielen Fahren. Der gesamte Urlaub kommt immerhin auf gut 1500 km in fünf Tagen und ich bin froh, das ich erst einmal "klein" eingestiegen bin. Wobei das wohl sehr relativ ist, da viele der anderen Teilnehme langjährige Wiederholungstäter sind und die Reise sicher nicht als Einstieg gesehen haben.

Das Abendprogramm war dann deutlich umfangreicher als "normal", nach dem üblichen Abendbuffet (4-Sterne-Hotel :-)) gab es die Nachtwächter-Führung durch St. Wendel und im Anschluss Einkehr im ältesten Gasthaus des Ortes, was einen schönen Abschluss bildete, eine weitere Überraschung gabs auch noch.

Tag 5 (Rückreise)

Fertig gepackt für die Rückreise

Mit den schönen Erlebnissen im Rücken wirkt der Rückweg irgendwie immer länger als der Hinweg, der gehört ja schon zum Urlaub, der Rückweg fühlt sich eher nach "altem Leben" an.


Bilder

Einzelnachweise